In Discipline: Talks from the European Side

Happy Holidays to everyone! We’ve had a fantastic year, with many wonderful posts from students in the US and abroad. We’re looking forward to continuing in 2015 with many more great projects. Thank you to everyone who has helped our blog, particularly our guest contributors. I’d also like to say a very big thank you to Liza Munk and Ana Maria Alarcon Jimenez for all their incredible work and dedication. For our final post of 2014, we’d like to introduce Ricarda Kopal, a recent PhD graduate from Cologne, Germany.

Ricarda Kopal

What is your academic history? Can you tell us about your particular research interests?

Mein Name ist Ricarda Kopal, ich komme aus Köln wo ich an der Universität zu Köln Musikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Musikethnologie, Philosophie und Germanistik studiert habe. Nach Abschluss meines Magisterstudiums habe ich dort zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem von der DFG geförderten Forschungsprojekt gearbeitet und mit der Arbeit an meiner Dissertation begonnen. Nach dem Abschluss des Projekts bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Musikethnologie an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gewechselt und habe dort meine Dissertation abgeschlossen. Seit Mai 2013 bin ich nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin in der Abteilung Musikethnologie, Medientechnik und Berliner Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums in Berlin tätig.

Meine Forschungsinteressen sind Popularmusik in Nordeuropa (speziell in Island) und ihre Rezeption in Deutschland, die Fachgeschichte der Musikethnologie und eine musikethnologische Auseinandersetzung mit sogenannter „klassischer westlicher Musik“. Zudem interessiere ich mich aktuell für die Rolle der Fotografie in musikethnologischer Forschung.

My name is Ricarda Kopal. I am from Cologne, Germany, where I studied Musicology (with a focus on Ethnomusicology), philosophy and German literature at the University of Cologne. After having finished my Magister (Master’s degree), I was employed as a research assistant in a DFG-funded project at the University of Cologne for two years and started my PhD research. In 2013 I went to Hannover, where I finished my PhD in Ethnomusicology at the University of Music, Drama and Media in 2014. In May 2013 I started to work at the Ethnomusicological Department of the Ethnological Museum Berlin as a researcher and curator.

My research interests so far have been popular music in Northern Europe (especially Iceland) and their reception in Germany, the history of Ethnomusicology in Germany, and an ethnomusicological engagement with so-called “western classical music”. Currently I have a special interest in the role of photography in ethnomusicological research.

Tell us a bit about your program of study. What are some of the requirements in terms of language, fieldwork, and musical performance?

Musikethnologie ist in Deutschland an verschiedenen Stellen institutionell verankert, an Universitäten oder Musikhochschulen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Studienprogramme in den letzten Jahren im Zuge der Einführung des Bachelor/Master-Systems in Deutschland verändern und sich auch von Universität zu Universität stark unterscheiden können. Ob Feldforschung oder auch musikalische Praxis bzw. Performance im Studium eine Rolle spielt, hängt auch davon ab wo man studiert.

Die Unterrichtssprache ist in der Regel deutsch, es werden aber an den meisten Unis Sprachkenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache erwartet, z.B. Französisch oder Spanisch.

Spezielle Promotionsprogramme für Musikethnologie gibt es in Deutschland nicht. Es ist daher nicht unbedingt notwendig an dem Ort zu wohnen, an dem man promoviert, da es meist im Rahmen des Promotionsstudiums anders als beim Bachelor- und Masterstudium keine Pflichtkurse gibt.

In Germany, you can study Ethnomusicology at Universities or Music Conservatories. My experience is that, due to the adoption of the BA/MA system in Germany in the past few years, study programs have changed and may strongly differ from university to university. It depends on the program of the university you study at if fieldwork or music performance is part of the program.

The language of instruction usually is German, but most Universities expect you to have a good command of English and knowledge of a third language like French or Spanish.

In Germany there are no special graduate programs for Ethnomusicology, but you can get your PhD from several universities that have a professorship for Ethnomusicology. It is not always necessary to live at the place where you enrolled for your PhD, since unlike in the BA and MA programs, there are usually no courses you have to attend.

Are libraries well equipped with ethnomusicological literature? Have you felt a pressure to produce a certain number of articles per semester? Or have you experienced a push to publish in English or another specific language?

Die Universitäten an denen ich studiert habe waren gut ausgestattet, was musikethnologische  Literatur und den Zugang zu Datenbanken angeht. Zudem gab es dort immer die Möglichkeit, Vorschläge für die Anschaffung von Fachliteratur zu machen die man selber benötigt.

Druck oder eine Erwartungshaltung seitens der Uni oder der Professoren, eine bestimmte Anzahl von Artikeln oder in einer bestimmten Sprache zu publizieren gab es bei mir eigentlich nicht. Auch die Veröffentlichung in bestimmten Zeitschriften oder Verlagen spielte während der Zeit des Studiums und der Promotion keine zentrale Rolle.

The Universities I studied at have been well equipped with ethnomusicological literature and offered access to several databases. It was also always possible to make suggestions about which new literature should be ordered and in most cases the libraries purchased these recommendations.

I never felt pressure or anticipation from the Universities or professors to publish a particular amount of articles and to do this in a certain language. How many articles you publish and in what kind of journal did not play such a big role while I studied.

What was your experience in terms of funding in your home institution(s)?

Verglichen mit Studiengebühren im Ausland sind die in Deutschland verlangten Gebühren nicht sehr hoch, zumindest nicht an staatlichen Universitäten und Hochschulen. Während des Erststudiums ist es auch möglich, staatliche Unterstützung zu bekommen (BAFöG), allerdings ist diese Förderung abhängig von den persönlichen Vermögensverhältnissen, z.B. vom Einkommen der Eltern. Man kann sich natürlich auch für ein Stipendium bewerben, aber dafür gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Viele Studierende und Doktoranden in Deutschland arbeiten nebenher, um ihr Studium zu finanzieren, ich habe das auch so gemacht.

Im Rahmen eines Promotionsstudiums ist es auch möglich, finanzielle Förderung für Feldforschungen zu bekommen, während eines BA- oder MA-Studiums ist das aber relativ schwierig. Ich hatte während der Zeit meiner Promotion eine halbe Stelle zuerst an der Universität zu Köln und dann in Hannover, die mir meine Forschung ermöglicht hat.

Compared to Universities abroad, university fees in Germany are not so high, at least at public universities. As an undergraduate student you can also get financial support from the government (BAFöG), but this depends on your personal status, especially your parent’s income. You are also able to apply for a scholarship, but there are not so many possibilities.

Like most students in Germany, I always had side jobs to finance my studies. As a graduate student, it is possible to get financial support for your fieldwork; as an undergraduate, it is difficult. During my PhD research I had a part-time job first at the University of Cologne and later at Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. This financed my fieldwork.

Is there frequent communication among European-based ethnomusicologists?

Aus meiner Perspektive gibt es viel Kommunikation unter Musikethnologen in Europa. Es gibt ein relativ großes Angebot an Konferenzen und Workshops, zudem ist das Ethnologische Museum ein Ort, den viele Kollegen besuchen. In diesem Kontext ergibt sich automatisch ein Austausch.

From my perspective there is a lot of communication among Ethnomusicologists in Europe. There are many conferences and workshops taking place, and apart from that the Ethnological Museum is a place many colleagues from all over the world visit. This automatically creates communication and academic exchange.

What kinds of opportunities are available for ethnomusicologists in your country?

In Deutschland gibt es für Musikethnologen die Möglichkeit, an Universitäten, Forschungseinrichtungen oder Museen wissenschaftlich zu arbeiten. Ich bin jetzt seit etwas mehr als einem Jahr am Ethnologischen Museum in Berlin tätig, das über eine musikethnologische Abteilung mit umfangreichen Tonträger- und Instrumentensammlungen verfügt. Die wissenschaftliche Arbeit an den Sammlungen ist eine Kernaufgabe, derzeit laufen zwei von der DFG geförderte Forschungsprojekte. Für mich ist es toll, an einer Schnittstelle von Forschung, den Sammlungen selbst und der Vermittlung von Erkenntnissen in Form von Ausstellungen und Publikationen zu arbeiten und auch langfristig Projekte planen zu können. Ich genieße es sehr, mich auch mit Fragen und Problemen beschäftigen zu können, die in meiner Ausbildung keine große Rolle gespielt haben, wie z.B. konservatorische und restauratorische Aspekte oder auch technische Aspekte, die im Kontext der Digitalisierung historischer Tonträger wichtig sind.

In Germany, Ethnomusicologists have the opportunity to work at Universities, research centers, or museums. I started working at a museum in 2013 after several years at the University. The Ethnological Museum in Berlin has an Ethnomusicological Department that hosts an extensive sound archive and a musical instrument collection. Working on these collections is a key issue; at the moment there are two DFG-funded research projects running. For me it is great to work at a place where the collections, research, and the transmission of knowledge and research results through exhibitions and publications overlap and where it is possible to plan projects in the long run. I also like to occupy myself with lots of things that were never part of my academic education, for example: conservational questions and treatments or technical aspects that are important for the digitization process of old sound carriers.

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