In Discipline: Talks from the European Side

For this week’s In Discipline, we are very happy to introduce Gertrud Maria Huber. Gertrud recently graduated from the University of Music and Performing Arts in Vienna with her Ph.D in Ethnomusicology. Also a professional zither and harp player; Gertrude’s performance practice centers on Alpine music. We encourage you to visit her website for more on Gertrude and her music!

Gertrud Maria Huber 1

Welcome to the blog, Gertrud – we’re so happy to have you! Let’s start with your academic history. Where have you studied? 

Mein Name ist Gertrud Maria Huber. Heute lebe ich in einem Vorort der bayerischen Landeshauptstadt München (Deutschland), aufgewachsen bin ich jedoch auf dem Land im äußersten Südosten Deutschlands – direkt an der österreichischen Grenze. Schon früh in meiner Kindheit habe ich die alpenländische Volksmusik kennengelernt und auf verschiedenen Volksmusikinstrumenten Unterricht erhalten. Nach meinem Schulabschluss musste ich eine Bürostelle in einem großen Chemiekonzern antreten, da meine Eltern ein Studium in einer Universitätsstadt nicht finanzieren konnten. Der Hauptgrund für diese Entscheidung lag jedoch sicherlich in ihrer Weltanschauung, die neben einer soliden kaufmännischen Anstellung, eine baldige Heirat und Familiengründung als das Beste für ihre beiden Töchter vorsahen.

Jedoch kommt es meist anders als gedacht und ich kündigte nach einigen Jahren diese gut bezahlte Stelle in der „freien Wirtschaft“ und nahm ein Musikstudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München auf. In Verbindung mit der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg absolvierte ich den Diplomstudiengang für Zither und habe die Lehrberechtigungen für Harfe, Hackbrett, alpenländische Volksmusik und Jazzklarinette erworben.

My name is Gertrud Maria Huber. Today I live in a suburb of Munich/Germany. Growing up in the countryside in the southeastern part of Germany, not far from the Austrian border, I came into contact with Alpine folk music early and had lessons on several Alpine musical instruments.

After having finished school, I had to work in a nine-to-five job in a big chemical company close to my home-town. Born into a working class family, my parents were not able to finance a study away from home. But I think the main reason for not supporting my studies was their ideology: they wanted the best for both of their daughters – which in their understanding included the usual practice of marrying soon and raising a family.

Things never turn out the way you expect – after some years I quit my well-paid job at the company, moved to Munich and started to study music. At the Richard-Strauss Conservatory in Munich and at the Nuremberg-Augsburg College of Music I completed studies of the zither, the harp, the hammered dulcimer, Alpine folk music and jazz clarinet.

Can you tell us what motivated your academic move away to Viena?

In den folgenden Jahren setzte ich mich intensiv mit volksmusikalischen Traditionen meiner bayerischen Heimat sowohl im konzertanten als auch im Bildungsbereich auseinander. Ich unterrichtete als Gastdozentin an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in der Hochschulstadt Trossingen, gab Privatunterricht und blicke sowohl als Solomusikerin als auch als Ensemblespielerin auf zahlreiche nationale und internationale Auftritte zurück.

Die Liebe zur alpenländischen Volksmusik führte mich zu eingehender wissenschaftlicher Beschäftigung im volksmusikalischen und ethnomusikologischen Bereich. Als leidenschaftliche Zitherspielerin war es in erster Linie das Saiteninstrument Zither, mit dem ich mich auseinandersetzte – schon deshalb, weil dieses Thema bisher wissenschaftlich wenig aufgearbeitet wurde. Der Kontakt zur großartigen Wissenschaftlerin, außergewöhnlichen und faszinierenden Frau, Prof. Dr. Gerlinde Haid († 2012), führte mich schließlich im Oktober 2010 nach Wien. Ich nahm dort mein Doktoratsstudium am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) auf. Im Mai 2014 schloss ich erfolgreich mit der Verteidigung meiner Dissertation „Die Zither in Amerika. Die ‘moderne Gebirgszither’ in US-amerikanischer Spielpraxis anhand von vier Fallstudien“ mein PhD-Studium in Volksmusikforschung ab.

A lot of fulfilled years followed with regular teaching as a guest lecturer at the Trossingen National Academy, giving private instruction and performing nationally and internationally as a soloist and with ensembles.

The focus on Alpine folk music has inspired me to do research in a wide range of disciplines involving ethnomusicology in general and studies in fields related to European traditional music in particular. Little about the zither has been published. Most books have been written by amateur researchers. I am very lucky to have met the great scholar, fascinating, warmhearted and exceptional woman, Prof. Dr. Gerlinde Haid († 2012) who encouraged me in October 2010 to start my PhD studies at the Institute of Folk Music Research and Ethnomusicology (University of Music and Performing Arts Vienna – mdw). In May 2014, I successfully defended my thesis “The zither in America. How the ‘modern mountain zither’ is played in USA based on four case studies” and was awarded the title of PhD in Folk Music Research.

Can you tell us what theories or issues are you tackling in your personal research?

Meine PhD-Dissertation über den kulturellen Import der Zither in die Vereinigten Staaten versucht, an diesem als besonders deutsch bzw. alpenländisch geltenden Instrument dessen Funktion als identitätsstiftendes Symbol im kulturellen Leben der USA zu beleuchten. Es wird untersucht, wie dieses Instrument und seine Musik sowohl der Bewahrung individueller Erinnerungen als auch der Bildung eines kollektiven Gedächtnisses dienen – allerdings ist dieses spezifische Kulturgut innerhalb der großen deutschsprachigen Community in den USA heute einem fortschreitenden Prozess des Vergessens ausgesetzt.

My PhD dissertation describes the role of the very “German” or “Alpine” zither in North America. The German immigrants in North America have had a strong influence on the cultural and intellectual scene in the USA, including the introduction of the zither to that country. The dissertation investigates the role of the instrument as part of “individual, cultural and collective memory”, serving to identify the community with its ancestral roots and to distinguish it from other groups. Special emphasis has been given to assimilation, cultural policy and communication development.

Can you tell us about ethnomusicology in your academic world? What research issues are most commonly covered?

Zu Beginn meines PhD-Studiums in Wien gab es in München an der Hochschule für Musik und Theater kein adäquates Studienprogramm. Inzwischen wurde zwar in München eine halbe Professur für Ethnomusikologie geschaffen und besetzt, aber der Weg zu weltweiter Präsenz ist noch weit. Für mich bot das Studium in Wien optimale Möglichkeiten, mein Wissen auf interdisziplinärem Niveau zu erweitern und Kontakt zu internationalen WissenschaftlerInnen zu erhalten.

Die Hauptaufgaben des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie liegen in der wissenschaftlichen Erforschung der traditionellen Musik in Österreich und im europäischen Raum sowie der Musik von Minderheiten. 2007 war das Institut in Wien Gastgeber für die ICTM-Weltkonferenz. Der Austausch mit internationalen WissenschaftlerInnen erfolgt durch Forschungsprojekte und EU-Netzwerke, internationale Symposien und Konferenzen, Vortragsreihen und theoretischem sowie praktischem Unterricht in Musik, Gesang und Tanz aus Österreich und Europa sowie selektiv auch außereuropäischer Kulturen. Neben Forschungsschwerpunkten von traditioneller Musik im sozialen Zusammenhang und im urbanen Raum werden Themen wie Musik von Minderheiten und Mehrstimmigkeit in Europa sowie die Diskussion über Transkulturalität besonders intensiviert.

In 2010 the university town of Munich did not offer a PhD program in ethnomusicology similar to that offered by the mdw. Even today, the academic world speaks about Munich as non-existent on the international map of ethnomusicology, although things are changing here. Doing my PhD studies in Vienna was a great opportunity to widen my knowledge on an interdisciplinary level and also to get in touch with the international academic world.

The Institute of Folk Music Research and Ethnomusicology is an internationally recognized research institution on traditional music in Austria and Europe as well as on the music of minorities. The Institute played a leading role in the organization of the ICTM World Conference in 2007; it offers research projects and EU networks, is hosting international symposia and conferences regularly, and organizes lecture series in practical teaching of dance, vocal music and instrumental music from various cultural areas. The music of minorities and European multipart music became important subject areas, in the same manner as the present scientific topic with transculturality.

Is music performance part of your program,? Is fieldwork taught as part of your course load? Does your program have any language requirements?

Bei allen Studiengängen der mdw wird sowohl auf theoretische als auch auf praktische Ausbildung Wert gelegt. Die mdw zählt zu den weltweit größten und anerkanntesten Universitäten für Musik, Theater und Film. An dieser Bildungseinrichtung werden derzeit über 3.000 Studierende aus mehr als 70 Nationen betreut. Das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie ist in der mdw zwar eine kleine, aber sehr aktive Abteilung.

Ein Doktoratsstudium PhD an der mdw kann nur mit einem erfolgreichen Abschluss eines wissenschaftlichen oder künstlerischen Diplom- bzw. Magister-/Masterstudiums oder eines Studiums für das Lehramt aufgenommen werden. Ein fachlicher Bezug zum gewählten wissenschaftlichen Fach muss vorhanden sein. Angelehnt an das US-amerikanische Doktoratsstudium werden auch in Wien selektive Aufnahmekriterien berücksichtigt und Teilleistungen während des Studiums eingefordert.

Dagegen sind Kenntnisse im Instrumentalspiel, Gesang oder Tanz in Bezug zum vorgesehenen Dissertationsthema nicht zwingend vorgeschrieben. Während meiner Studienzeit waren jedoch alle PhD-Studierenden am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie praktizierende MusikerInnen und SängerInnen, was für mich eine große Bereicherung zu den Studieninhalten darstellte.

Einen wichtigen Aufgabenbereich sieht das Institut in der Durchführung von musikalischen Feldforschungen und der Entwicklung von musikalischen Transkriptionen und Analysen. Ich absolvierte meine praktische Feldforschungsübung im Rahmen einer Lehrveranstaltung in einem klassischen Wiener Weinlokal. Bei diesem Besuch eines sog. „Heurigen“ in einem wunderschön renovierten alten Klosterkeller konnte ich bei edlen Weinen und traditioneller Küche urbane Wiener Musizier- und Singtradition erleben und erforschen.

Für die Zulassung zum Doktoratsstudium muss der Nachweis von Deutschkenntnissen auf dem Niveau von C1 erbracht werden. Darüber hinaus werden die PhD-Studierenden ermutigt, für ihre Präsentationen und Publikationen die englische Sprache zu verwenden. Gute Englischkenntnisse sind ohnehin für das Literaturstudium ebenso erforderlich wie für theoretische Diskussionen auf internationaler Ebene.

As befits the study in the performing arts university mdw, theory as well as practice have important significance. Furthermore, the mdw is among the world’s largest and most renowned universities specialized in the performing arts of music, theater and film and currently provides training to over 3,000 students from over 70 countries. The Institute for Folk Music Research and Ethnomusicology is a small department within the mdw – but extremely active.

The established PhD program for Folk Music Research and Ethnomusicology in Vienna needs a completed first degree (diploma, Master’s) with connection in terms of content between the chosen subject for the thesis and the completed degree course and has compulsory courses following the US-American Doctoral Education.

Skills in playing, singing or dancing related to the research projects is not required but almost every single student has a background in a variety of instruments. All my colleagues were primarily musicians and singers which enriched my studies a lot.

Tasks of the Institute are carrying out music-related fieldwork (both theoretical and practical), the development of transcription, and analysis. I practiced my practical fieldwork exercise module in a typical Viennese winery located in a restored old monastery cellar – called Heuriger – in a nutshell: a lot of fun with fruity and elegant wines, cuisine and urban Viennese music and singing practice.

Although the doctoral degree program requires good proficiency in the German language (C1 level) the professors encourage the students to publish in English and to give talks in English. Good English skills give the students the obvious advantage of being able to follow academic publications and theoretical debates in the field – today a must in the academic world of musicology.

At your university, is there pressure to “produce” a number of articles per semester? Are local libraries well equipped with ethnomusicological texts?

Im Gegensatz zur Promotionsordnung in Deutschland gehört die Veröffentlichung der Dissertation in Österreich nicht zum integralen Bestandteil des Promotionsverfahrens. Wer eine Karriere im akademischen Bereich anstrebt, sollte regelmäßig während des Studiums in internationalen Fachmagazinen – vorzugsweise in Englisch – publizieren. Als Doktorand an der mdw wurde ich nie zum Publizieren von Artikeln gedrängt, erhielt jedoch von meinen BetreuerInnen volle Unterstützung, wenn ich mich dazu entschieden hatte.

Die Universitätsbibliothek der mdw und insbesondere die kleine Bibliothek des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie ist gut mit Fachliteratur ausgestattet und wird kontinuierlich erweitert. Durch die Nähe zu München hatte ich den großen Vorteil, die Bayerische Staatsbibliothek nutzen zu können – ein unschätzbarer Wert!

The Austrian universities, as opposed to German universities, don’t demand a publication of the PhD dissertation. The original manuscript is sufficient. For those being interested in a full-time faculty position, it’s highly recommended to publish regularly in professional journals – preferably in English. I never felt pressure from the professors to publish a particular amount of articles – however, whenever I had decided to do so, I got great support.

The mdw university library in Vienna is reasonably well equipped with ethnomusicological and folk music research texts. Living close to Munich, I have the great advantage of being near the Bavarian State Library – marvelous!

Are university fees easily payable? How did you support your graduate studies/life while in school?

Für das Studium an der mdw wird für ordentliche Studierende mit österreichischer oder gleichgestellter Staatsbürgerschaft kein Studienbeitrag erhoben, solange die vorgesehene Studienzeit plus zwei Toleranzsemester nicht überschritten wird. Alle anderen müssen zur Zeit 726,72 € pro Semester entrichten.

Meine persönliche Situation unterschied sich zu vielen Studierenden hinsichtlich der Tatsache, dass ich als alleinerziehende Mutter einer damals zehnjährigen Tochter meinen Wohnort nicht nach Wien verlegen konnte. Zudem musste ich während der gesamten Studiendauer einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Im ersten Jahr des Doktoratsstudiums pendelte ich deshalb jede Woche für ein bis drei Tage nach Wien – mein großer Dank gilt meiner wunderbaren Tochter für ihre Geduld und meinem Freundeskreis, der uns in dieser Zeit tatkräftig unterstützte. An den restlichen Tagen der Woche und am Wochenende arbeitete ich als Musikerin und Musiklehrerin, indem ich Konzerte spielte und Privatmusikunterricht erteilte. Die persönliche Belastung durch Studium, Arbeit und Kindererziehung war in diesen Jahren extrem hoch.

There are no university fees in Vienna for Austrian students and citizens of EU and EEA Member States, as well as Switzerland, as long as they stay within the period of eight semesters. Today the fee is € 726,72 per semester for those not having the same status as Austrian students.

My situation as doctoral student differed a lot from that of the average student. Being a single-mum of a wonderful daughter (she was ten years old when I started the PhD study), I was not able to move to Vienna permanently. It was necessary at all times to finance my studies. The first two semesters of my doctoral studies I had to travel to Vienna up to three days every week – therefore, I’m very thankful to my wonderful daughter for her patience and to all of my friends who took care of her during that time. Back home in Munich, I fulfilled my fulltime duties as a musician and music teacher on the remaining days of the week and on the weekends by playing concerts and giving private lessons – some hard years with triple duties: PhD study, employment, and education of my daughter.

Are there ways to financially support your fieldwork, or do you have to pay it yourself?

Für dieses Studium sind für mich die Fahrtkosten von München nach Wien sowie die dortigen Übernachtungskosten angefallen. Für die Feldforschungsreise 2011 nach USA hatte ich keine Förderung erhalten. Glücklicherweise konnte ich bereits auf viel gesammeltes Material von früheren Forschungsreisen nach Nordamerika zurückgreifen. Zudem verband ich die Feldforschung 2011 mit einem Besuch bei Verwandten, so dass gefühlsmäßig der finanzielle Aufwand der Feldforschungsreise gleichzeitig für eine Urlaubsreise aufgebracht wurde. Am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie ist nur in beschränktem Maße technisches Equipment für die Feldforschung vorhanden, deshalb habe ich die notwendige Audio- und Videohardware sowie Computer Hard- und Software selbst erworben.

In my situation I had to pay for the weekly transportation from Munich to Vienna (6 hours train ride one way) and bed and breakfast in Vienna. I had no financial support for my field research in the United States. A lot of collected material in the field I could use from former visits in North America. The last field research in 2011 I combined with a visit-tour to relatives, which gave me a feeling of spending the money for a kind of vacation trip. Since there is limited technological equipment at the Institute, I purchased the necessary audio and video hardware and computer hard-/software for the fieldwork by myself.

What was your experience in terms of funding in your home institution?

Von der mdw habe ich zweimal ein zehnmonatiges Stipendium erhalten. Außerdem wurde ich zum Doctoral Workshop in Ethnomusicology in Hildesheim/Deutschland zugelassen. Erfahrungsgemäß gibt es jedoch starke Einschränkungen für ausländische und ältere Staatsangehörige, in Förderprogramme hineinzukommen. Heute würde ich es wohl ähnlich wie einer meiner Kollegen machen, der sich zu Beginn des Studiums intensiv für mehrere Wochen und schließlich erfolgreich mit Förderungsmöglichkeiten auseinandersetzte, so dass sein Doktoratsstudium für die Regelstudiendauer finanziell abgesichert ist.

Große Zweifel über die Fortsetzung meines Studiums überkamen mich, als meine Doktormutter, Prof. Dr. Gerlinde Haid, überraschend schwer erkrankte und sehr schnell verstarb. Es dauerte eine geraume Zeit, bis meine Arbeit mit einer neuen Betreuerin fortgesetzt werden konnte.

I twice received a doctoral scholarship for ten months from the mdw and was invited to the international doctoral workshop in ethnomusicology, held at the University of Hildesheim. The scholarship for foreign and older doctoral candidates studying in Austria is very limited. It might have been a better option to have worked less and used the additional time in finding funds. A colleague did this with great success.

I regret to say that my dissertation advisor, Prof. Dr. Gerlinde Haid, became seriously ill and passed away. This posed the additional problem of finding a new personal reference person.

Is there frequent communication among European-based ethnomusicologists? What professional opportunities exist for ethnomusicology graduates in your region? What are your professional plans after graduating?

Europäische Ethnomusikologen habe ich auf internationalen Konferenzen kennengelernt, z. B. 2013 beim International Doctoral Workshop in Hildesheim/Deutschland und 2014 bei einer Graduate Student Conference in Istanbul/Türkei. Darüber hinaus pflege ich weiterhin engen Kontakt zum Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie in Wien. Interessante Gespräche haben sich erfreulicherweise bei Konzertveranstaltungen ergeben. Die teilnehmenden MusikerInnen hatten – ebenso wie ich – nach einer künstlerischen Musikausbildung ein musikwissenschaftliches Studium aufgenommen.

Ich finde, in Deutschland sind die Möglichkeiten als Ethnomusikologin zu arbeiten äußerst begrenzt – sowohl im akademischen Bereich als auch in der freien Wirtschaft. Die Schaffung einer halben W2-Professur für Ethnomusikologie an der Musikhochschule München vor einem Jahr reicht meines Erachtens nicht aus, um den Hochschulstandort München in ethnomusikologischer Hinsicht international positionieren zu können. Neben forschungsgeleiteten Lehrinhalten sehe ich die direkte Verbindung zur lebendigen Musizierpraxis als maßgeblich an, damit KünstlerInnen an der wissenschaftlichen Reflexion reifen können.

Ich selbst habe durch Kindererziehungszeiten wertvolle Jahre für eine Karriere in der akademischen Laufbahn verloren. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass ich meine Ziele erreichen werde. Für ein Studium der Ethnomusikologie würde ich mich jederzeit wieder entscheiden und auch nach Wien an das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie gehen. Darüber hinaus befürworte ich für alle Musikstudierenden ein verpflichtendes Modul in Ethnomusikologie.

Realistisch gesehen werde ich mich in Zukunft aufgrund der derzeitigen Arbeitplatzsituation und meines Alters nicht als Ethnomusikologin, sondern mehr als freiberufliche Musikerin und Musiklehrerin wiederfinden. Aber warten wir ab, was kommt …

I have the most frequent communication with European ethnomusicologists whom I have met through international conferences like the International Doctoral Workshop in Hildesheim, Germany in 2013, and the International Graduate Student Conference in Istanbul, Turkey in 2014. I keep close contact with my home university in the same fashion and have also had some good luck in exchanging ideas and methodologies with musicians, some of whom were also in PhD programs, whom I have met in concerts.

Opportunities to work as an ethnomusicologist appear to be rare in Germany. The part-time ethnomusicology professorship which was set out in Munich in 2013/14 may be one way; another would be to find affiliation to a music university with ambitions to become internationally well-known. Both research projects and teaching courses in music practice are mandatory to fully elaborate the complexity of music and performance and to project this to the students.

The situation for ethnomusicologists on the labour market within academia would seem to reflect the employment situation outside the universities. Moreover, I personally have lost many years in bringing up my wonderful daughter. Now, at my age, it’s extremely difficult to begin an academic career as ethnomusicologist. I nonetheless am confident that I will attain my goal.

I would certainly study ethnomusicology again. What is more: I would call for the requirement of an ethnomusicology module for every music student. And I would certainly study in Vienna again.

To be realistic, according to the employment situation and my advanced age, my future may consist of being an informed freelance musician and teacher. Time will tell if my work will also include working as an ethnomusicologist.

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